Ratgeber

Hochzeitswebsite und DSGVO

Ihr sammelt mehr persönliche Daten, als euch bewusst ist: Namen, Adressen, Zusagen, Essenswünsche und Allergien von achtzig Menschen, die euch vertraut haben. Für einen Teil davon gelten strengere Regeln als für den Rest.

Die Antwort in drei Zeilen

Eine Hochzeitswebsite mit Zusageformular ist erlaubt, wenn klar ist, wo die Daten liegen, wer sie sehen kann und wann sie verschwinden.

Allergieangaben sind Gesundheitsdaten und damit besonders geschützt.

Der häufigste Fehler ist nicht das Sammeln, sondern das Nie-wieder-Löschen.

Welche Daten bei einer Hochzeit zusammenkommen

Die meisten Paare denken bei Datenschutz an Werbung und Tracking. Bei einer Hochzeit geht es um etwas anderes: um die Angaben, die eure Gäste euch freiwillig geben, weil sie euch vertrauen.

AngabeEinstufungWas das heißt
Name, Zusage, Begleitungpersonenbezogene Datennormale Sorgfalt, Löschfrist nötig
E-Mail, Telefon, Anschriftpersonenbezogene Datennormale Sorgfalt, nicht öffentlich zeigen
Essenswunschkann auf Religion oder Weltanschauung hindeutenzurückhaltend behandeln
Allergien, UnverträglichkeitenGesundheitsdaten, Artikel 9 DSGVObesondere Kategorie, strengste Stufe

Die letzte Zeile ist der Punkt, den fast niemand auf dem Schirm hat. Eine Nussallergie ist eine Gesundheitsangabe. Sie gehört damit in dieselbe Kategorie wie eine Diagnose, und sie gehört weder in eine WhatsApp-Gruppe mit achtzig Teilnehmern noch auf einen Server, bei dem niemand weiß, wann dort etwas gelöscht wird.

Die drei häufigsten Fehler

Die Gästeliste steht öffentlich im Netz

Wer zusagt und wer nicht, wer mit wem kommt: Das ist für eure Gäste untereinander interessant, für Suchmaschinen aber nichts. Eine Gästeseite gehört hinter ein Passwort und für Suchmaschinen gesperrt. Wie das geht, steht in unserem Beitrag privat oder öffentlich.

Niemand löscht je etwas

Der eigentliche Dauerschaden. Die Hochzeit ist vorbei, die Daten bleiben. Bei einem Abo liegen sie so lange beim Anbieter, wie der Vertrag läuft, und der läuft oft jahrelang weiter. Fragt vor dem Kauf nach der Löschfrist. Gibt es keine, ist das die Antwort.

Die Daten liegen außerhalb Europas

Viele bekannte Anbieter für Hochzeitswebsites sitzen in den USA. Das ist nicht automatisch unzulässig, es macht die Sache aber komplizierter: Ihr müsst darüber informieren, und ihr gebt die Angaben eurer Gäste in eine andere Rechtsordnung. Für eine Hochzeit in Deutschland gibt es dafür selten einen guten Grund.

Wie wir es handhaben

Wir haben das nicht als Einstellung gebaut, die jemand umlegen kann, sondern fest verdrahtet.

PunktWie es bei uns ist
Wo die Daten liegenauf einem Server in Nürnberg, betrieben von der netcup GmbH. Sie verlassen Deutschland nicht
Löschung der Gästedatenendgültig drei Monate nach eurer Hochzeit, fest eingebaut
Laufzeit der Seite6, 9 oder 12 Monate je nach Paket, danach endet sie von selbst
Werbe- und Trackingcookieskeine, deshalb kein Einwilligungsfenster
Werbung Dritter auf eurer Seitekeine
Zugriff von außeneure Gästeseite kann mit Passwort geschützt und für Suchmaschinen gesperrt werden
Spamschutz vor den Formularenunsichtbar, ohne Rätselbilder, in der Datenschutzerklärung offengelegt

Die drei Monate sind bewusst kürzer als die Laufzeit der Seite. Die Zusagen braucht ihr für die Planung und die Wochen danach. Danach braucht sie niemand mehr, also sind sie weg.

Vier Fragen an jeden Anbieter

Egal, für wen ihr euch entscheidet. Stellt diese vier Fragen vor dem Kauf, die Antworten sagen mehr als jede Werbeseite.

  1. In welchem Land steht der Server, auf dem die Daten unserer Gäste liegen?
  2. Wann werden diese Daten gelöscht, und passiert das von selbst?
  3. Können wir die Gästeseite mit einem Passwort schützen und für Suchmaschinen sperren?
  4. Was passiert mit den Daten, wenn wir kündigen oder die Laufzeit endet?

Diese Seite erklärt, wie wir es handhaben, und ersetzt keine Rechtsberatung. Verantwortlich für die Daten eurer Gäste seid am Ende ihr als Brautpaar.

Häufige Fragen

Brauchen wir eine eigene Datenschutzerklärung für unsere Hochzeitswebsite?

Ja, und sie ist bei uns enthalten. Jede Gästeseite bekommt eine Datenschutzerklärung und ein Impressum, ohne dass ihr euch darum kümmern müsst.

Dürfen wir Fotos unserer Gäste auf die Seite stellen?

Mit ihrem Einverständnis ja. Ohne eher nicht, vor allem nicht öffentlich zugänglich. Eine passwortgeschützte Seite ist hier deutlich entspannter als eine offene.

Was ist mit den Daten, wenn wir die Seite verlängern?

Die Gästedaten werden trotzdem drei Monate nach der Hochzeit gelöscht. Verlängert wird die Seite, nicht die Speicherung der Zusagen.

Ist eine WhatsApp-Gruppe nicht einfacher?

Einfacher ja, datenschutzfreundlicher nein. In einer Gruppe sehen achtzig Menschen die Telefonnummern aller anderen, und Allergieangaben stehen dort offen für alle. Eine Seite mit Zusageformular zeigt jedem nur das, was ihn angeht. Mehr dazu unter eine Adresse statt drei Kanäle.

Daten in Deutschland, Löschung inklusive

Server in Nürnberg, Gästedaten drei Monate nach der Hochzeit endgültig gelöscht, keine Werbung, kein Tracking. Ab 199 € einmalig.