Ratgeber
Was gehört auf eine Hochzeitswebsite?
Alles, was eure Gäste sonst einzeln fragen, und alles, was ihr für eine verlässliche Gästeliste braucht.

Die kurze Antwort
Diese acht Dinge sind die Grundlage
Auf eine Hochzeitswebsite gehören acht Angaben: Namen und Datum, der Ablauf mit Uhrzeiten, die Anfahrt, der Dresscode, Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe, ein Zusageformular, häufige Fragen und ein Passwortschutz. Alles Weitere (Fotos, Liebesgeschichte, Geschenkeliste) ist schön, aber keine Grundlage. Die acht Punkte im Einzelnen:
- Namen und Datum: auf den ersten Blick
- Ablauf: Uhrzeiten und Orte für alle Programmpunkte
- Anfahrt: Adresse, Parken und öffentlicher Verkehr
- Dresscode: klar beschrieben, gern mit Farben
- Übernachtungsmöglichkeiten: Vorschläge mit Entfernung zur Feier
- Zusage: Begleitung, Kinder, Essen und Allergien
- FAQ: Kinder, Geschenke, Fotos und Ansprechpartner
- Schutz: Passwort und Sperre für Suchmaschinen

In der richtigen Reihenfolge
Die Gäste öffnen die Seite mit einer konkreten Frage
Oben: das Sichere
Namen, Datum, Ort und die nächste wichtige Uhrzeit. Niemand sollte erst eure Geschichte lesen müssen, um zu erfahren, wo die Trauung ist.
Danach: die Planung
Ablauf, Anfahrt, Parken, Hotels und Dresscode. Das sind die Angaben, die Gäste kurz vor dem Fest erneut nachsehen.
Dann: die Zusage
Ein Formular sammelt alles in einem Durchgang. So landet die vegetarische Begleitung nicht in einer vergessenen Sprachnachricht.
Zum Schluss: das Persönliche
Geschichte, Galerie, Gästebuch, Musik- und Geschenkwünsche machen die Seite zu eurer. Sie ergänzen die wichtigen Informationen.
1. Namen und Datum: auf den ersten Blick
Ganz oben stehen eure Vornamen, das Datum mit Wochentag und der Ort. Mehr nicht. Wer die Seite öffnet, soll in zwei Sekunden wissen, dass er richtig ist. Der Wochentag hilft mehr, als man denkt: „Samstag, 21. August 2027“ merkt man sich leichter als „21.08.2027“, und Gäste planen danach Urlaub und Anreise.
Feiert ihr an mehreren Tagen, etwa Standesamt im kleinen Kreis und große Feier später, gehören beide Termine nach oben, jeweils mit einem Satz, wer wozu eingeladen ist. Das erspart die Frage „Bin ich zu beidem eingeladen?“.
Beispiel: „Johanna & Paul. Samstag, 21. August 2027, Schloss Wendlinghausen. Wir freuen uns auf euch.“
2. Ablauf: Uhrzeiten und Orte für alle Programmpunkte
Der Ablauf ist der Teil, den Gäste am häufigsten nachsehen, vor allem am Tag selbst. Nennt jeden Programmpunkt mit Uhrzeit und Ort: Trauung, Empfang, Fotos, Essen, Party. Gebt bei der Trauung an, wann Gäste da sein sollen, nicht nur, wann sie beginnt. Ein Satz wie „Bitte seid um 13:30 Uhr da“ verhindert, dass jemand während des Ja-Worts den Parkplatz sucht.

Was am Tag selbst noch offen ist, etwa die genaue Uhrzeit des Kuchens, darf ungefähr bleiben. Wichtig sind die Punkte, an denen Gäste den Ort wechseln oder etwas verpassen könnten. Liegt zwischen Trauung und Feier eine Fahrt, gehört die Fahrzeit dazu.
3. Anfahrt: Adresse, Parken und öffentlicher Verkehr
Die Adresse allein reicht selten. Gäste fragen: Wo parke ich? Gibt es eine Bushaltestelle? Wie weit ist es vom Parkplatz zum Eingang? Beantwortet diese Fragen einmal auf der Seite, mit einem Link zu einer Karte.
- Adresse so, wie sie ins Navi gehört, nicht nur der Name des Ortes.
- Parken: wo, wie viele Plätze, kostenlos oder nicht.
- Bahn und Bus: nächste Haltestelle und der Weg von dort.
- Heimweg: Taxi-Nummer, Shuttle oder letzte Verbindung.
- Barrierefreiheit: Stufen, Wiese, Kopfsteinpflaster.
Beispiel: „Parken könnt ihr kostenlos auf dem Parkplatz hinter dem Haupthaus. Von dort sind es fünf Minuten zu Fuß über Kies, plant flache Schuhe ein. Wer mit der Bahn kommt, sagt uns Bescheid, wir holen euch am Bahnhof ab.“
4. Dresscode: klar beschrieben, gern mit Farben
„Festlich“ heißt für jeden etwas anderes. Beschreibt in einem Satz, was ihr euch vorstellt, und nennt ein Beispiel. Wer sich etwas Bestimmtes wünscht, etwa Farben oder keine weißen Kleider, schreibt es freundlich dazu. Denkt an den Ort: Eine Trauung auf der Wiese braucht andere Schuhe als ein Standesamt in der Stadt.
Beispiel: „Festlich, aber entspannt: Anzug gern ohne Krawatte, Kleider gern in Sommerfarben. Weiß lassen wir der Braut. Wir feiern teils draußen auf der Wiese, bequeme Schuhe sind Gold wert.“
Habt ihr keinen besonderen Wunsch, schreibt auch das. „Kommt, wie ihr euch wohlfühlt“ ist eine echte Antwort und spart Rückfragen.
5. Übernachtung: Vorschläge mit Entfernung zur Feier
Für Gäste, die von weiter weg kommen, ist die Übernachtung die zweitwichtigste Frage nach dem Datum. Nennt zwei bis vier Möglichkeiten in verschiedenen Preisklassen, jeweils mit Entfernung zur Feier und einem Link. Habt ihr ein Zimmerkontingent reserviert, gehören das Stichwort und die Frist dazu, bis wann die Zimmer frei gehalten werden.

Beispiel: „Im [Hotel] sind bis zum 1. Juli 15 Zimmer für euch reserviert, Stichwort ‚Johanna und Paul‘. Es liegt 4 km von der Feier entfernt, ein Shuttle fährt um Mitternacht und um 1 Uhr.“
6. Zusage: Begleitung, Kinder, Essen und Allergien
Das Zusageformular ist der Grund, warum viele Paare überhaupt eine Website machen. Es sammelt alles in einem Durchgang, statt dass Zusagen über drei Chats verteilt eintrudeln. Fragt nur ab, was ihr wirklich braucht: Name, Zusage oder Absage, Anzahl der Erwachsenen und Kinder, Essenswunsch und Allergien. Eine Telefonnummer ist selten nötig. Wie die Online-Zusage Schritt für Schritt funktioniert und was mit Gästen ohne Internet gilt, steht im Ratgeber Hochzeitswebsite mit RSVP.

Über dem Formular steht die Frist, bis wann ihr Bescheid braucht; als Faustregel vier bis sechs Wochen vor der Feier. Allergien sind Gesundheitsdaten und besonders geschützt. Was das bedeutet, steht im Ratgeber Hochzeitswebsite und DSGVO, und wann die Frist liegen sollte, im Ratgeber wann die Hochzeitswebsite online sein muss.
7. Häufige Fragen: Kinder, Geschenke, Fotos, Ansprechpartner
Ein Abschnitt mit häufigen Fragen fängt alles auf, was nicht in die anderen Teile passt. Schreibt die Fragen so, wie Gäste sie stellen würden, und antwortet in ein bis drei Sätzen. Diese Fragen kommen fast immer:
- Dürfen Kinder mitkommen, und gibt es eine Betreuung?
- Darf ich eine Begleitung mitbringen?
- Gibt es vegetarisches oder veganes Essen?
- Dürfen wir während der Trauung fotografieren?
- Was wünscht ihr euch als Geschenk?
- Wann ist Schluss, und wie komme ich nachts nach Hause?
- Wen frage ich am Hochzeitstag, wenn etwas ist?
Die letzte Frage wird oft vergessen. Nennt eine Person aus dem Trauzeugenkreis mit Telefonnummer, damit am Tag selbst nicht ihr ans Telefon müsst.
8. Schutz: Passwort und Sperre für Suchmaschinen
Eine Gästeseite gehört nicht in die Google-Suche. Passwortschutz und eine technische Sperre für Suchmaschinen gehören dazu. Gästedaten werden nur so lange gespeichert, wie sie für das Fest gebraucht werden. Bei Sinneswert werden sie drei Monate nach der Hochzeit gelöscht.
Das Passwort steht auf der Einladung direkt neben dem QR-Code, beschriftet und in genau der Schreibweise, in der es eingegeben wird. Wie ihr ein gutes Gästepasswort wählt, steht im Ratgeber privat oder öffentlich, und wie Code und Adresse auf die Karte kommen, im Ratgeber zum QR-Code auf der Einladung.
Was optional ist, und wann es sich lohnt
| Baustein | Lohnt sich, wenn … | Bei Sinneswert |
|---|---|---|
| Eure Geschichte | viele Gäste euch als Paar noch nicht kennen | in jedem Paket möglich |
| Fotogalerie | ihr nach dem Fest viele Bilder zeigen möchtet | einzelne Fotos in jedem Paket, Galerie in Individuell |
| Geschenkeliste | ihr konkrete Wünsche habt | ab Komfort |
| Gästebuch | Gäste vorab Grüße schreiben sollen | ab Komfort |
| Musikwünsche | der DJ sie vorher sammeln möchte | ab Komfort |
| Zwei Sprachen | ein Teil der Gäste kein Deutsch spricht | ab Komfort |
| Mehrere Termine | Standesamt, Polterabend und Feier getrennt sind | ab Komfort, je Termin eigene Gästeliste |
| Trauzeugen-Bereich | Überraschungen geplant werden, die ihr nicht sehen sollt | ab Komfort, mit eigenem Passwort |
| Foto-Upload der Gäste | ihr am Tag Bilder einsammeln möchtet | Individuell |
Optional heißt nicht unwichtig. Es heißt nur: Die Seite funktioniert auch ohne. Fangt mit den acht Grundlagen an und ergänzt, was zu euch passt. Fertige Texte für die wichtigsten Abschnitte findet ihr in der Vorlage für eine Hochzeitshomepage.
Was Gäste auf einer Hochzeitswebsite wirklich tun
Für Deutschland gibt es dazu keine belastbare Umfrage. In den USA hat The Knot Hochzeitsgäste befragt: 56 Prozent besuchen die Website des Paares, um Informationen zu bekommen. 41 Prozent sehen sich Fotos an, 39 Prozent lesen die Geschichte des Paares, 32 Prozent kaufen ein Geschenk von der Wunschliste, 31 Prozent suchen eine Unterkunft und 28 Prozent klären die Kleidung (The Knot Wedding Guest Study, 14.08.2018).

Die Zahlen sind älter und stammen aus einem Land mit anderen Gewohnheiten, die Richtung passt aber zu dem, was wir hören: Gäste kommen mit einer Frage und bleiben, wenn die Seite schön ist. In Deutschland hatten 2024 erst 23,8 Prozent der Paare eine eigene Hochzeitshomepage (WeddyPlace 2024). Gäste kennen das Format also oft noch nicht, umso wichtiger ist eine klare Reihenfolge.
Für das Handy schreiben
Gäste öffnen die Seite fast immer auf dem Handy, über den QR-Code oder einen Link. Kurze Absätze, klare Überschriften und Uhrzeiten am Anfang einer Zeile helfen mehr als lange Fließtexte. Testet die fertige Seite auf einem kleinen Handy und lasst einen Menschen, der nichts von der Planung weiß, drei Fragen beantworten: Wann soll ich da sein? Wo parke ich? Bis wann sage ich zu? Klappt das in einer Minute, ist die Seite gut.
Prüfliste: alles drauf?
- Namen, Datum mit Wochentag und Ort stehen ganz oben.
- Der Ablauf nennt für jeden Programmpunkt Uhrzeit und Ort.
- Bei der Trauung steht, wann Gäste da sein sollen.
- Adresse fürs Navi, Parken, Bahn und Heimweg sind beschrieben.
- Der Dresscode ist in einem Satz mit Beispiel erklärt.
- Zwei bis vier Übernachtungen mit Entfernung, Preis und Stichwort.
- Das Zusageformular fragt Personen, Essen und Allergien ab, mit Frist darüber.
- Häufige Fragen beantworten Kinder, Begleitung, Geschenke, Fotos und Ansprechpartner.
- Passwort gesetzt, Sperre für Suchmaschinen aktiv.
- Auf einem kleinen Handy getestet.
Häufige Fragen
Welche Informationen gehören auf eine Hochzeitswebsite?
Mindestens Namen und Datum, Ablauf, Ort und Anfahrt, Dresscode, Übernachtungsmöglichkeiten, Zusageformular, Antworten auf häufige Fragen und ein Passwortschutz.
Braucht eine Hochzeitswebsite ein Passwort?
Ja, sobald persönliche Angaben, private Fotos oder eine Gästeliste enthalten sind. Zusätzlich sollte die Gästeseite für Suchmaschinen gesperrt sein.
Wann sollte die Hochzeitswebsite fertig sein?
Vor dem Druck der Einladungen, damit Adresse und QR-Code direkt auf die Karte können. Da Einladungen meist vier bis sechs Monate vor der Hochzeit verschickt werden, ist das in der Regel fünf bis sieben Monate vorher.
Gehört die Liebesgeschichte auf die Hochzeitswebsite?
Sie darf, aber weiter unten. Gäste öffnen die Seite meist mit einer konkreten Frage. Ablauf, Anfahrt und Zusage gehören nach oben, Geschichte und Fotos danach.
Wie schreibe ich den Dresscode auf die Hochzeitswebsite?
In einem klaren Satz mit Beispiel, etwa: Festlich, Anzug ohne Krawattenpflicht, Kleider gern in Sommerfarben, bitte bequeme Schuhe für die Wiese. Wer Weiß meiden soll, schreibt es dazu.
Sollen Geschenkwünsche auf die Hochzeitswebsite?
Ja, wenn ihr welche habt. Auf der Website stehen sie zurückhaltender als auf der Einladung, und Gäste können sie nachlesen, wenn sie danach suchen. Eine Bankverbindung gehört nur auf eine Seite mit Passwort, nie auf eine offene.
Quellen
- The Knot: Wedding Guest Study, 14.08.2018 (Gäste in den USA). theknotww.com
- WeddyPlace: Die große Hochzeitsstudie 2024 (634 Paare). weddyplace.com
- Musterhochzeiten von Sinneswert, Abbildungen vom 03.10.2026. sinneswert.com/beispiel
Wer diese Abschnitte jetzt gleich ausformulieren will: die Vorlage für eine Hochzeitshomepage enthält fertige Textbausteine zum Abschreiben. Was die Umsetzung kostet, steht unter was eine Hochzeitswebsite kostet.
Alles davon ist schon im kleinsten Paket
„Basis“ enthält die vollständige Grundlage, nicht nur eine hübsche Startseite.