Ratgeber
Hochzeitswebsite ohne Abo
Eine Hochzeit ist ein Ereignis, kein Dauerzustand. Trotzdem verkaufen viele Anbieter eine Hochzeitswebsite als Abo, mit Jahresgebühr oder Monatsbeitrag. Das passt nicht zusammen, und es kann euch Geld kosten, lange nachdem das Fest vorbei ist.
Die Antwort in drei Zeilen
Ja, es gibt Hochzeitswebsites ohne Abo. Ihr zahlt einmalig, die Seite läuft eine feste Zeit und endet dann von selbst.
Bei Sinneswert sind das 199 € einmalig, und die Seite läuft bis einen Monat nach der Hochzeit. Bei den größeren Paketen sind es sechs oder zwölf Monate danach.
Es gibt nichts zu kündigen, weil nichts weiterläuft.

Warum ein Abo zu einer Hochzeit nicht passt
Ein Abo ergibt Sinn, wenn ihr etwas dauerhaft braucht: Musik, Speicherplatz, eine Software für die Arbeit. Ihr zahlt jeden Monat und bekommt jeden Monat etwas dafür.
Eine Hochzeitswebsite ist das Gegenteil. Sie wird in den Monaten vor dem Fest intensiv benutzt, am Hochzeitstag selbst noch einmal, und danach schaut kaum jemand wieder hinein. Der Nutzen hört auf. Die Abbuchung nicht.
Das ist kein Versehen der Anbieter, sondern das Geschäftsmodell. Ein Abo verdient genau dann am besten, wenn der Kunde es vergisst.
Was eine vergessene Kündigung wirklich kostet
Rechnet einmal ehrlich durch. Eine typische Jahresgebühr liegt bei 79 €. Nach der Hochzeit denkt erfahrungsgemäß niemand sofort ans Kündigen: Es gibt Wichtigeres, die Abbuchung ist klein, und sie fällt auf dem Kontoauszug nicht auf.
| Wie lange vergessen | Gezahlt | Wofür |
|---|---|---|
| Bis zur Hochzeit | 79 € | die Zeit, in der ihr die Seite wirklich braucht |
| Ein Jahr länger | 158 € | Erinnerungsseite, gelegentlich aufgerufen |
| Drei Jahre länger | 316 € | nichts |
| Fünf Jahre länger | 474 € | nichts |
Beispielrechnung mit einer Jahresgebühr von 79 €, wie sie im deutschen Markt verbreitet ist. Geprüft am 22.09.2026.
Ab dem zweiten vergessenen Jahr habt ihr mehr bezahlt als für eine fertig gebaute Seite zum Einmalpreis. Und ihr habt sie immer noch selbst gebaut.
Und bei einem Monatsbeitrag?
Monatsbeiträge wirken klein und fallen deshalb noch weniger auf. Ein typischer Tarif mit 7,90 € im Monat und einem Jahr Mindestlaufzeit kostet bis zur Hochzeit 94,80 €. Läuft er ein weiteres Jahr unbemerkt weiter, sind es 189,60 €.

So erkennt ihr ein Abo im Kleingedruckten
Ob ein Angebot ein Abo ist, steht selten groß auf der Preisseite. Diese Wörter und Angaben verraten es:
- „pro Monat“ oder „pro Jahr“ neben dem Preis statt „einmalig“.
- „Mindestlaufzeit“ oder „Vertragslaufzeit“ statt „Laufzeit der Seite“.
- „verlängert sich automatisch“ oder „bei ausbleibender Kündigung“.
- Zahlung per Lastschrift oder hinterlegter Karte, die wiederkehrend abgebucht wird.
- Ein Kündigungsknopf auf der Website: Den gibt es nur, wenn es etwas zu kündigen gibt.
Findet ihr nichts davon und steht „einmalig“ neben dem Preis, ist es kein Abo. Fragt im Zweifel nach, was nach Ablauf der Laufzeit passiert. Eine klare Antwort in einem Satz ist ein gutes Zeichen.
Wer wie abrechnet: Abo, Jahrespaket oder Einmalpreis
Nicht jeder Anbieter arbeitet mit einem Abo. Ein Blick auf die Preisseiten zeigt drei Modelle. Alle Angaben stammen direkt von den Anbietern, Stand 3. Oktober 2026.
| Modell | Beispiele | Was nach der Laufzeit passiert |
|---|---|---|
| Abo mit automatischer Verlängerung | Herzkarten (1 Jahr, verlängert sich bei ausbleibender Kündigung), Ehemomente im 1-Jahres-Paket, Baukästen wie Wix und Jimdo | Der Vertrag läuft weiter, bis ihr kündigt. |
| Einmalpreis mit fester Laufzeit | Weddybird (12 Monate), Unsere-Einladung (1 oder 2 Jahre), Hochzeitswebseite.de (18 bis 36 Monate), WeddyPlace (2 Jahre), Ehemomente im 2- und 3-Jahres-Paket, Sinneswert (bis 1, 6 oder 12 Monate nach der Hochzeit, höchstens 24 Monate) | Die Laufzeit endet, nichts verlängert sich von selbst. |
| Kostenlos | Joy, Bridebook und die Gratis-Stufen mehrerer Anbieter | je nach Anbieter mit Einschränkungen bei Laufzeit, Fotos oder Werbung |
Der Unterschied liegt also weniger im Preis als im Kleingedruckten: Läuft der Vertrag von selbst weiter oder nicht? Den vollständigen Preisvergleich mit allen Tarifen gibt es im Ratgeber Was kostet eine Hochzeitswebsite?.

Die drei Stellen, an denen es unangenehm wird
Die Kündigung will gefunden werden
Seit Juli 2022 müssen Anbieter mit Abos auf ihrer Website einen Kündigungsknopf anbieten. Kündigen müsst ihr trotzdem selbst, und dafür müsst ihr daran denken: an das richtige Konto, die richtige Mailadresse, den richtigen Zeitpunkt. Prüft vor dem Kauf, ob sich der Vertrag automatisch verlängert und wie die Kündigung geht, nicht danach.
Die Seite verschwindet, wenn ihr kündigt
Das ist der eigentliche Haken. Kündigt ihr das Abo, ist auch die Seite weg, oft samt Fotos und Gästezusagen. Ihr zahlt also nicht nur für die Seite, sondern dafür, dass sie überhaupt noch existiert.
Eure Gästedaten bleiben
Namen, Zusagen, Essenswünsche und Allergien eurer Gäste liegen weiter beim Anbieter, solange der Vertrag läuft. Wer daran nach der Hochzeit nicht denkt, lässt persönliche Daten von achtzig Menschen jahrelang irgendwo liegen. Mehr dazu auf unserer Seite zu Hochzeitswebsite und DSGVO.
Eure Rechte seit 2022: kündigen ist leichter, vergessen nicht
Zwei Gesetzesänderungen haben Abos 2022 fairer gemacht. Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, gilt: Verlängert sich ein Vertrag stillschweigend, dann nur auf unbestimmte Zeit, und er muss danach „jederzeit mit einer Frist von höchstens einem Monat zu kündigen“ sein (§ 309 Nr. 9 BGB). Seit dem 1. Juli 2022 brauchen Websites mit Abos außerdem einen gut sichtbaren Kündigungsknopf, beschriftet etwa mit „Verträge hier kündigen“ (§ 312k BGB).

Die Verbraucherzentrale fasst es so zusammen: Ihr kommt „spätestens einen Monat nach Zugang Ihrer Kündigung aus dem Vertrag heraus“ (Verbraucherzentrale, Stand 22.10.2024). Das ist eine echte Verbesserung. Es ändert aber nichts daran, dass ein Abo erst endet, wenn ihr aktiv werdet. Wer nach der Hochzeit nicht daran denkt, zahlt weiter, Monat für Monat.
Wie es ohne Abo funktioniert
Ihr zahlt einmal. Die Seite läuft je nach Paket bis einen, sechs oder zwölf Monate nach eurer Hochzeit und schaltet sich danach von selbst ab. Es gibt keine Verlängerung, die ihr übersehen könnt, und keine Frist, die ihr einhalten müsst.
Die Daten eurer Gäste werden schon früher gelöscht: endgültig drei Monate nach der Hochzeit. Das ist keine Einstellung, die jemand vergessen kann, sondern fest eingebaut.
60 Tage vor Ablauf bekommt ihr eine Mail. Darin steht, wann die Seite endet und was es kostet, sie zu behalten: 49 € je halbes Jahr. Antwortet ihr nicht, läuft sie aus. Das ist der ganze Unterschied. Verlängern ist etwas, das ihr aktiv tut, ein Abo ist etwas, das euch passiert.
Was nach der Laufzeit mit Seite und Daten passiert
Bei einem Abo hängt das Ende von eurer Kündigung ab. Bei einem Einmalpreis steht es von Anfang an fest. So läuft es bei uns, Schritt für Schritt:
- Drei Monate nach der Hochzeit: Die Gästedaten werden endgültig gelöscht. 14 Tage vorher erinnert euch eine Mail, die Gästeliste herunterzuladen.
- 60 Tage vor Ablauf: Eine Mail sagt euch, wann die Seite endet und was es kostet, sie zu behalten: 49 € je weitere sechs Monate.
- Bei Ablauf: Die Seite wird archiviert, an ihrer Stelle steht eine schlichte Abschiedsseite. Zusagen werden nicht mehr angenommen.
- Danach: Nichts. Keine Abbuchung, keine Mahnung, keine Kündigung.
Die Gästedaten verschwinden bewusst früher als die Seite. Für Dank und Fotos nach der Hochzeit braucht ihr die Seite noch, die Allergien eurer Gäste nicht. Warum das wichtig ist, steht im Ratgeber Hochzeitswebsite und DSGVO. Wann die Laufzeit am besten beginnt, damit sie bis nach dem Fest reicht, zeigt der Ratgeber wann die Hochzeitswebsite online sein muss.
Häufige Fragen
Ist ein Einmalpreis nicht einfach nur teurer?
Beim Einstieg ja, über die Zeit fast nie. 199 € einmalig sind nach zweieinhalb Jahren günstiger als 79 € im Jahr, und dabei ist die Seite fertig gebaut statt selbst zusammengesetzt. Wer ehrlich rechnet, rechnet die Jahre mit, in denen das Abo nach der Hochzeit weiterläuft.
Was ist, wenn wir die Seite länger behalten wollen?
Das geht für 49 € je halbes Jahr. Die Erinnerung kommt 60 Tage vor Ablauf von selbst. Ihr entscheidet dann, und nicht durch Nichtstun.
Und wenn wir die Seite vorher nicht mehr wollen?
Ihr habt vierzehn Tage Widerrufsrecht ab Vertragsabschluss, ohne Angabe von Gründen. Wir erstatten dann alle erhaltenen Zahlungen. Die Einzelheiten stehen in der Widerrufsbelehrung.
Sind kostenlose Anbieter nicht die bessere Wahl?
Wenn ihr Zeit habt und Lust, selbst zu bauen: durchaus. Bezahlt wird dort mit Werbung auf eurer Seite, einer langen Adresse mit dem Namen des Anbieters, einer festen Vorlage und eurer eigenen Zeit. Der ehrliche Vergleich steht auf Was kostet eine Hochzeitswebsite.
Quellen
- § 309 Nr. 9 BGB (stillschweigende Verlängerung) und § 312k BGB (Kündigungsknopf). gesetze-im-internet.de
- Verbraucherzentrale: Gesetz für faire Verbraucherverträge, Stand 22.10.2024. verbraucherzentrale.de
- Preisseiten der genannten Anbieter, abgerufen am 03.10.2026; Links im Ratgeber Was kostet eine Hochzeitswebsite?
Einmal zahlen, dann Ruhe
199 € einmalig für eine fertige, werbefreie Hochzeitswebsite, die binnen 24 bis 48 Stunden steht und nach ihrer Laufzeit von selbst endet.